Die unterschätzten Stärken der zweiten Lebenshälfte
Termin
Di. 25.02.2025, 19.00 Uhr >>> Präsenz und Online
Vortrag
Beschreibung
Älterwerden ist längst zu einem Megathema unserer Gesellschaft geworden – etwa die Hälfte der Deutschen ist 50 Jahre und (viel) älter. Allerdings herrschen noch immer viele negative und nicht mehr gültige Vorstellungen vom Altwerden und Altsein vor. Diese negativen Bilder des Älterwerdens müssen nach Ansicht von Prof. Dr. Wahl deutlich korrigiert werden. Allerdings helfen an dieser Stelle keine „warmen Worte“, sondern vor allem die neuesten empirischen Befunde, nicht zuletzt jene der psychologischen Alternsforschung. Dabei wird deutlich: Die Chancen des sog. „jungen“ Alters, etwa zwischen dem 60. und dem 80. Lebensjahr, müssen heute im Sinne einer qualitativ völlig neuen Lebensphase mit vielen Entwicklungspotenzialen gedeutet werden. Sogar jüngere Menschen sagen in Studien, dass sie einige ihrer Lebensträume heute genau in diese Lebensphase „verschieben“!
Doch auch das „alte“ Alter jenseits etwa des 80. Lebensjahrs ist lang geworden – und dauert heute nochmals im Mittel fünf bis zehn Jahre. Sowohl die Herausforderungen des jungen wie des alten Alters verlangen völlig neue Herangehensweisen und Bewältigungskompetenzen. In seinem neuen Buch „Positive Alternspsychologie: Die Stärken der zweiten Lebenshälfte“ zeigt Wahl anhand einer Auswertung von 65 Studien zu lebensumspannender Entwicklung, dass menschliche Stärken wie „reife“ Bewältigungsstile, Selbstakzeptanz, emotionale Stabilität, Sorge für soziale Beziehungen, Empathie, Altruismus, Freiwilligenengagement, Engagement (nicht zuletzt finanziell) für nachfolgende Generationen und Spendenbereitschaft mit dem Älterwerden stabil bleiben – und in Teilen sogar ansteigen! Sind ältere Menschen vielleicht die besten Modelle für eine sozial verantwortliche Gesellschaft des langen Lebens der Zukunft?
Referent: Prof. Dr. Hans-Werner Wahl, Psychologe und Alternsforscher, Universität Heidelberg