Die erste Ausgabe des Diskursfestivals „Osteuropäische Perspektiven“ in Freiburg im Dezember 2024 fand vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine und unter dem Eindruck des Kampfes der Bevölkerung in Georgien für Demokratie und Unabhängigkeit statt. In beiden Staaten müssen sich die Menschen gegen die imperialen Bestrebungen von Putins Russland zur Wehr setzen. Sie kämpfen für ihre Unabhängigkeit und appellieren an Europa und die Europäer, sie in ihrem verzweifelten Ringen nicht allein zu lassen.
Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Die Perspektiven Osteuropas im Jahr 2025 werden jedoch von einer völlig veränderten geopolitischen Situation bestimmt. Dem aggressiven Großmachtstreben Russlands steht nicht mehr ein halbwegs geeinter „Westen“ gegenüber, in dem die USA, Großbritannien und die EU-Staaten gemeinsam die Länder des postsowjetischen Einflussbereichs unterstützen. Inzwischen haben sich die USA unter Trump aus dieser gemeinsamen Politik zurückgezogen, und es ist zum Zeitpunkt der Ankündigung unseres Programms nicht einmal mehr sicher, ob sie mit ihrer Politik nicht sogar Putin den Weg ebnen und sich in neoimperialer Manier über die Aufteilung der „Beute“ verständigen.
Die schockierende Wahrheit im Frühjahr 2025 ist, dass nicht nur die Länder Mittel- und Osteuropas, sondern wir Europäer insgesamt keine sichere Vorstellung mehr davon haben können, in welcher Ordnung oder besser Unordnung sich die Welt im November dieses Jahres befinden wird.
Diese fundamentale Verunsicherung wird und muss eines der Themen sein, über die wir uns in den „Osteuropäischen Perspektiven 2025“ verständigen werden.
Ermutigt durch den Zuspruch des Publikums und der Mitwirkenden im vergangenen Jahr wollen wir unsere Bemühungen fortsetzen, das Projekt Europa wieder stärker als Garant für Demokratie, Frieden und Freiheit wahrzunehmen. Dabei werden wir auch bei der zweiten Auflage den Stimmen aus Mittel- und Osteuropa großes Gewicht verleihen. Denn mehr denn je kommt es darauf an, die Anliegen der Länder Mittel- und Osteuropas als europäische Aufgaben zu begreifen.
Dafür wollen wir Expertinnen und Experten untereinander und mit einer breiten Öffentlichkeit ins Gespräch bringen.
Die Veranstaltung wird auf Juli 2026 verschoben.
Den neuen Termin finden zu gegebener Zeit an dieser Stelle.