Das Anthropozän fordert die Geschichtsschreibung in vielerlei Hinsicht heraus. Fragen nach der Bedeutung der Natur, der Ausdehnung der Zeit und der Rolle des menschlichen Akteurs rühren an den Kern ihres disziplinären Selbstverständnisses. In dieser neuen Erdepoche wird die moderne Vorstellung von der Zukunft als einer gestaltbaren und potentiell offenen angesichts drohender Katastrophen irritiert. Deshalb müssen sich jetzt auch die Expertinnen und Experten für die Vergangenheit mit der Zukunft beschäftigen. Einer Zukunft, in der zuletzt auch der Fortbestand menschlicher Kulturen nicht mehr gewiss ist.
Die leitende Frage der Bochumer Historikerin Sandra Maß steht im Eröffnungskapitel ihres neuen Buches „Zukünftige Vergangenheiten: Geschichte schreiben im Anthropozän", gebündelt in einem Zitat zweier kanadischer Historiker-Kollegen: „What does it mean to be a historian on a planet on fire?“
Im Anschluss an den Vortrag wird Prof. Dr. Sandra Maß ihre Thesen mit dem Freiburg Historiker Prof. Dr. Jan Eckel diskutieren.
Mitwirkende:
Prof. Dr. Sandra Maß (Geschichte, Bochum)
Prof. Dr. Jan Eckel (Neueste Geschichte, Freiburg)
Bitte beachten Sie:
Beginn: 20.15 Uhr
Veranstaltungsort: Universität Freiburg, HS 1010
Eintritt frei, freie Platzwahl
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Flyer zur Reihe Über Leben im Anthropozän: