In seinem jüngst erschienenen Buch „Das stille Sterben der Natur“ schreibt der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht: „Zu viele Menschen haben noch immer nicht verstanden, dass die unglaubliche Vielfalt der Lebewesen auf der Erde auch unsere Lebensgrundlage und Lebensversicherung ist.(…) Statt die endlichen natürlichen Ressourcen weiterhin egoistisch und rücksichtslos zu plündern, müssen wir alle verstehen, wie wichtig es für unsere Zukunft ist, sie zu schützen…“
Spätestens seit dem berühmten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, die der Club of Rome 1972 vorgelegt hat, müsste uns das eigentlich klar sein. Seitdem ist auch viel Positives erreicht worden. Aber es ist bei weitem noch nicht ausreichend, um der umfassenden Zerstörung der Natur und der immer gefährlicher werdenden Vernichtung ganzer Arten Einhalt zu gebieten. Seit einiger Zeit gibt es deshalb verschiedene Versuche, bestimmte Bereiche der Natur dadurch zu schützen, dass man ihnen Rechte gibt und versucht, diesen Rechten der Natur Anerkennung zu verschaffen. Sei es über den Weg philosophischer Begründung, sei es auf juristischem Weg z.B. über das Einklagen dieser Rechte vor Gerichten.
Aber wie lassen sich die Rechte von Flüssen, von Bäumen und von Tierarten begründen? Und wie anwenden? Diese Fragen erörtert der Philosophie-Professor Tilo Wesche in seinem philosophischen Grundlagenwerk „Rechte der Natur“ mit Blick auf die Eigentumsrechte. Beim Klima-, Arten- und Umweltschutz werden Eigentumsrechte häufig vernachlässigt. Dabei wohnt ihnen seiner Ansicht nach selbst eine Vorstellung ökologischer Nachhaltigkeit inne. Diese Vorstellung könnte zur Überwindung eines weiterhin vorherrschenden Naturverständnisses beitragen, das den ungehinderten Raubbau natürlicher Ressourcen in Kauf nimmt.
Im Anschluss an seinen Vortrag wird Tilo Wesche seine Thesen mit der Freiburger Juristin Prof. Dr. Cathrin Zengerling diskutieren.
Mitwirkende:
Tilo Wesche (Philosophie, Oldenburg)
Prof. Dr. Cathrin Zengerling (Umwelt und Natürliche Ressourcen, Freiburg)
Bitte beachten Sie:
Ort: Theater Freiburg, Kleines Haus
Beginn: 20.15 Uhr
Eintritt frei, freie Platzwahl
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.