Mit dem Begriff »Dekolonisierung« wird die Gesamtheit der Ablösungsprozesse von kolonialer Herrschaft angesprochen. In diese Prozesse sind die früheren (und gegenwärtigen) Kolonialmächte ebenso involviert, wie die Länder und Gebiete, die kolonialer Herrschaft unterworfen waren und sind. Dass es sich hierbei um eine unabgeschlossene Aufgabe handelt, ist eine der Annahmen, von denen unsere Tagung ausgeht.
Der Skandal des Kolonialismus ist in vielerlei Hinsicht noch nicht gänzlich begriffen. Dabei wäre die vollständige Anerkennung kolonialer Verbrechen und die gründliche Analyse der Geisteshaltungen, die diesen zu Grunde lagen, eine wichtige Voraussetzung für die so oft beschworenen »neuen Partnerschaften« zwischen den Ländern, die als Unterdrücker oder als Unterdrückte Teil kolonialer Systeme waren. Denn koloniale Strukturen sind persistent und wirken fort in globalen Asymmetrien, die die gegenwärtige Weltwirtschaftsordnung und den Zugriff auf die natürlichen Ressourcen prägen. Nur mühsam lernen wir in Europa, de-koloniale und post-imperiale Perspektiven einzunehmen und uns von den eingeübten eurozentrischen Perspektiven zu lösen. »Perspektivenwechsel« ist deshalb eine leitende Überschrift für unsere Tagung, die - nicht nur aus aktuellem Anlass – das Thema der Dekolonisierung auch im Hinblick auf die Länder Mittel- und Osteuropas diskutiert.
Leitung:
Dr. habil. Andreas Baumer (Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg)
Rainer Leweling (Vorsitzender der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg)
Josef Mackert (Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg)
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