Beherrschten vor 20 Jahren noch Industriekonglomerate, Energiekonzerne und Banken die Rangliste der wertvollsten Unternehmen, wurden diese längst von Internetgiganten wie Google, Apple, Amazon und Tencent abgelöst.
Digitale Technik ist allgegenwärtig: Wir tragen Hochleistungsrechner in unseren Taschen herum, Waschmaschinen können sich mit dem Internet verbinden.
Doch was, fragt der Berliner Wirtschaftssoziologe Philipp Staab, zeichnet den digitalen Kapitalismus im Kern aus? Und: Kann er in den Dienst öffentlicher Interessen und demokratischer Zwecke gestellt werden?
In seinem Buch 2019 veröffentlichten Buch »Digitaler Kapitalismus – Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit« beleuchtet Staab den digitalen Kapitalismus aus unterschiedlichen Perspektiven, um ihn präziser auf den Begriff zu bringen.
Er zeigt, wie digitale Überwachungs- und Bewertungspraktiken in immer mehr Bereiche der Wirtschaft vordringen und dabei die soziale Ungleichheit verschärfen. Das Spezifische am digitalen Kapitalismus, so Staab, ist die Herausbildung »proprietärer Märkte«: Kam es früher darauf an, Dinge herzustellen und mit Gewinn zu verkaufen, geht es im Zeitalter der Unknappheit um das Eigentum an den Märkten selbst.
Referent: Prof. Dr. Philipp Staab (Soziologie, HU Berlin)
Leitung: Josef Mackert
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Die Teilnahme ist kostenfrei.