Das Nibelungenlied hat eine bewegte Geschichte, die sich immer wieder auf interessante Weise mit der deutschen Geschichte verbindet. Es ist in verschiedenen Zeiten sehr unterschiedlich interpretiert worden und in Inszenierungen, Verfilmungen und Nachdichtungen in immer neuer Gestalt aufgetreten. Nach der besonderen Aneignung des Stoffes durch Richard Wagner wurde das Nibelungenlied im 18. und 19. Jahrhundert zum Nationalepos der Deutschen, bis der Nationalsozialismus Aspekte wie die Verherrlichung des Heldentodes oder die germanische Gefolgstreue instrumentalisierte und für seine Propaganda missbrauchte. Nach dem Krieg galt der Stoff in Deutschland lange als tabu, aber inzwischen ist er wieder in der Schule und im Theater präsent. 2009 wurde er sogar von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt. In Freiburg wird ihn der slowenische Theaterregisseur und Träger des europäischen Theaterpreises, Jernej Lorenci, neu inszenieren.
Rüdiger Bering (Chefdramaturg, Theater Freiburg)
Prof. Dr. Jan-Dirk Müller (Deutsche Philologie, München)
Dr. Bettina Schulte (Badische Zeitung, Freiburg)
Wir bitten freundlich um Anmeldung.
Das detaillierte Tagungsprogramm sowie Informationen zu den Kosten entnehmen Sie bitte dem PDF.



