Das Selbst in der digitalen Kultur

Prof. Dr. Andreas Bernard (Centre for Digital Cultures, Lüneburg)
Termin
Do. 08.11.2018, 20:15 - 21:45



Vortrag in der Reihe »Konturen der nächsten Gesellschaft« in Zusammenarbeit mit dem Studium generale der Universität Freiburg und dem Theater Freiburg

Beschreibung
Auffällig viele Verfahren der Selbstpräsentation in der digitalen Kultur gehen auf Methoden zurück, die in der Kriminologie und Psychiatrie seit dem späten 19. Jahrhundert erdacht wurden. Das Format des »Profils«, in den Sozialen Netzwerken heute unbestrit­tener Ort der Selbstdarstellung, entstand als »psychiatrisches Pro­fil« von Internierten oder als »Täterprofil« von Serienmördern. Die Selbstortung auf dem Smartphone, ohne die kein Pokémon-Go-Spiel und keine Registrierung bei Uber, Yelp oder Lieferando mög­lich wären, nutzt eine Navigationstechnologie, die bis vor zehn Jahren hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Einsatz von Peilsendern in der Polizeifahndung oder der elektronischen Fuß­fessel bekannt war. Und die Vermessungen der »Quantified Self«-Bewegung zeichnen Körperströme auf, die einst die Entwicklung des Lügendetektors anregten. Der Vortrag geht der irritierenden Frage nach, warum Geräte und Verfahren, die bis vor kurzem Ver­brecher und »Wahnsinnige« dingfest machen sollten, heute als Vehikel der Selbstermächtigung gelten.

Prof. Dr. Andreas Bernard (Centre for Digital Cultures, Lüneburg)

Das detaillierte Veranstaltungsprogramm sowie Informationen zu den Kosten entnehmen Sie bitte dem PDF.

 
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