Gott ist männlich und: abwesend. Vertrieben von den Menschen und enttäuscht von den Engeln hat er sich davon gemacht. Mit dieser Erklärung bricht plötzlich ein Engel durch die Decke eines Krankenhauszimmers und begründet dem jungen New Yorker Prior Walter so die desolate Situation der amerikanischen Gesellschaft in den 80er Jahren. Das 1993 uraufgeführte Drama des amerikanischen Autors Tony Kushner gehört zu den wichtigsten dramatischen Werken der US-amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Mit Trotz und Humor kämpft dort ein vielschichtiges Figurengeflecht ums Überleben. Jeder auf seine Weise und mit seinen Mitteln: Menschen im Ausnahmezustand, zurückgeworfen auf die fundamentalen Fragen ihrer Identität. Denn auch die Engel wissen keinen Rat. Realität und Halluzination, Wirklichkeit und Vision gehen in Kushners Stück nahtlos ineinander über. Gerade diese Vermischung war es, die den ungarischen Komponisten Peter Eötvös besonders faszinierte und zu der im Jahre 2004 uraufgeführten gleichnamigen Oper motivierte.
(Spieldaten unter www.theater.freiburg.de)
Prof. Dr. Werner Frick (Leiter Studium generale)
Tatjana Beyer (Dramaturgin, Theater Freiburg)
Alexander Dick (Kulturredakteur und Musikkritiker, Badische Zeitung, Freiburg)
Prof. Dr. Sieglinde Lemke (Amerikanistin, Universität Freiburg)
Bitte beachten Sie den Veranstaltungsort:
Hörsaal 1015 der Universität Freiburg, Kollegiengebäude I, Platz der Alten Synagoge 1.



