Eine wahrhaftige »Sybille Berg Amerikas« nennt die Zeit die scharfzüngige, Geschichte wie Gegenwart gleichermaßen sezierende US-Schriftstellerin Irene Dische. In ihrem kolossalen neuen Roman Schwarz und Weiß rechnet die Verfasserin stolzer fünfzehn Bücher, die auch Reportagen für den New Yorker und The Nation vorlegte, kongenial mit den Illusionen des American Dream ab.
Durchgespielt wird das längst trügerisch gewordene Heilsversprechen einer allseits offenen, aufgeklärten Gesellschaft anhand des angesagten Pärchens Lili und Duke, die im Manhattan der 1970er Jahre für Furore sorgen: Sie eine knallblonde, manipulative Schönheit aus feingeistigem, wohlhabenden Elternhaus mit Ambitionen auf die ganz große Model-Karriere. Er ein genauso fabelhaft aussehender schwarzer Vietnam-Veteran aus dem ärmlichen Süden, den die städtische Schickeria kollektiv adoptiert und als Weinkritiker arrivieren lässt.
Die schon 1989 mit dem Deutschen Kritikerpreis prämierte Dische sucht nach den Wurzeln von Trumps Amerika in der Stadt und in der Dekade, die auch jenen ungestümen Baulöwen berühmt machen sollte, der heute im Oval Office sitzt: Schrill, verliebt ins Geld und voller Selbstgewissheit steuern die beiden feschen Aufsteiger gemeinsam an die Spitze – und hinterlassen eine Spur absoluter Verwüstung. Mit bösem Witz und Gespür für den Zeitgeist zeichnet diese Autorin ungerührt das fatale Porträt einer Epoche ohne jede innere Überzeugung und entlarvt die Falschheiten hinter den hübschesten Gesichtern.
Kartenvorverkauf und Information:
Carl-Schurz-Haus Bibliothek zu den gewohnten Öffnungszeiten (Mo-Fr, 11.30 – 13.30 und 15 – 18.30 Uhr, Sa 11-15 Uhr), Eisenbahnstraße 62, 79098 Freiburg, www.carl-schurz-haus.de
Eintritt:
€ 10/ 8 (Studierende)/ 7(Mitglieder), Abendkasse: € 12/10/9
Deutsche Lesestimme: Doris Wolters



