Neuerdings gibt es auch im Sicherheitsgefüge der Bundesrepublik Deutschland die Wahrnehmung von zunehmenden sozialen und politischen Spannungen, wird auch hier von einer »Spaltung« der Gesellschaft gesprochen und kam es in den letzten Jahren zur Stärkung rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien – wie in vielen anderen europäischen Staaten oder auch in den USA. Parallel dazu sehen wir antipolitische Haltungen von »oben« (etwa die Tendenzen, Staaten wie Wirtschaftsunternehmen zu denken und zu führen).
Zur gleichen Zeit gibt es trotz aller sachbezogenen parlamentarischen Arbeit eine Entpolitisierung auch in vielen parlamentarischen Demokratien, die von diesen Zuspitzungen noch nicht dominiert sind. Wenn man die zunehmende Polarisierung der politischen Auseinandersetzungen betrachtet, die Ethnisierung sozialer Konflikte, die auch mediale Verschärfung der Situationsdeutung bei gleich-zeitiger Verrohung der Sprache, dann muss man sich fragen, was uns das alles über mögliche Zukünfte zu sagen hat.
Karl-Siegbert Rehberg wurde 1992 Gründungsprofessor für SoziologischeTheorie, Theoriegeschichte und Kultursoziologie an der Technischen Universität Dresden. Von 2003-2007 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Seit 2015 ist er Seniorprofessor mit einer Forschungsprofessur am Dresdner Instituts für Kulturstudien e.V..
Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg (Soziologie, Dresden)
Das detaillierte Tagungsprogramm sowie Informationen zu den Kosten entnehmen Sie bitte dem PDF.
Die Vorträge der Reihe »Konturen der nächsten Gesellschaft« finden im Wechsel an der Katholischen Akademie und im Hörsaal 2004 der Universität, Kollegiengebäude II, Platz der Alten Synagoge 1, statt.
Beginn der Reihe in der Katholischen Akademie am 15.5.2018



