Zur Frage »Wie viel Zukunft hat Europas Vergangenheit?« hat Wolfgang Reinhard im ersten Vortrag dieser Reihe dargestellt, dass das historische Projekt »Europa« wesentlich als Expansionsprozess verstanden werden muss. Diese Ausbreitung führte notwendigerweise zu einer Verschränkung von europäischer und außereuropäischer Geschichte. Wer über die Rolle der Religion(en) im Europa der Zukunft nachdenkt, muss die damit verbundenen Wechselwirkungen analysieren. Die Historikerin Ulrike von Hirschhausen blickt dafür zurück in das 19. Jahrhundert: Das Christentum breitete sich in Afrika und Asien explosiv aus, während europäische Empires gleichzeitig diese Räume zu erobern und zu beherrschen suchten. Sie zeigt anhand eines konkreten Beispiels, inwiefern eine Wahrnehmung dieses Prozesses als bloßer Transfer von Europa in die außereuropäische Welt zu kurz greift und warum das Christentum nirgendwo eine politikfreie Botschaft blieb.
Prof. Dr. Ulrike von Hirschhausen (Historikerin, Rostock)
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