
Unerträgliches Leiden

Das Lindern von Leiden ist eine zentrale Aufgabe der Medizin. Seit einigen Jahren ist vor allem auf praktischer Ebene eine verstärkte Inanspruchnahme des Leidensbegriffs im medizinischen Kontext zu beobachten. Am Lebensanfang ist oft die Rede vom »unnötigen Leiden«, das mit den entsprechenden Maßnahmen (PND, PID, NIPD) verhindert werden soll. Am Lebensende wird meistens vom »unerträglichen Leiden« gesprochen, das ebenfalls mit entsprechenden Maßnahmen (palliative Sedierung, ärztlich assistierter Suizid) gelindert bzw. beseitigt werden soll. Leidenslinderung ist selbstverständlich ein zentrales und wichtiges Ziel. Niemand möchte leiden und schon gar nicht unnötig und auf unerträgliche Weise. Trotzdem ist das Leiden-Müssen auch ein fester Bestandteil der conditio humana. Im Rahmen dieses Abends soll ausgelotet werden, was ein angemessener Umgang mit dem Leiden im medizinischen Kontext sein kann.
Dr. Claudia Bozzarro (Medizinethik, Freiburg)
- Dr. Verena WetzsteinStudienleiterin & Diözesane Fachstelle Palliative Care / Leiterin Palliative Care Forum



