Die Geschichte der Heiligen ist auch eine Geschichte der Übertreibungen und ihrer Legendenbildungen – ein Transfer von Bildern, Worten und Taten. Wie ein Palimpsest wurden die Heiligen mit der Zeit überschrieben, immer und immer wieder: Erscheinungen, Qualen, Irrationales und Rationales, Wegmarken, Anrufungsstätten. Heilige scheinen ein ewiger, verlässlicher Kompass zu sein, in deren Geschichten sich die Sakralisierung des Lebens einschreibt, das nackte Leben, die nackte Existenz, das blinde Wandern. Für den Künstler Harald Herrmann gilt es, dieses Wandern zu bevölkern. Sobald der oder die Heilige anwesend ist, wird er, wird sie auch zur dienenden Person. In ihre kosmische Einfalt mischt sich menschliches Flehen. In diesen Riss der anwesenden Abwesenheit wird alle Hoffnung gelegt. Die Ausstellung wird in der Katholischen Akademie sowie an mehreren weiteren Orten parallel gezeigt.
Einführung: P. Thomas G. Brogl OP (Provinzial der Dominikaner, Freiburg)
Tanz: Emi Miyoshi (Tänzerin/Choreografin, Freiburg)
>>> Die Vernissage muss leider entfallen.
Die Ausstellung wird in der Katholischen Akademie sowie an mehreren weiteren Orten parallel gezeigt.
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 30. Juli 2021