Wenn Menschen, aus welchen Gründen auch immer, ihr Land, ihre Heimat und ihre kulturellen Kontexte verlassen, dann in der Hoffnung und Erwartung eines neuen und besseren Lebens. Das Thema »Exil« ist unweigerlich mit Paradiesvorstellungen und Heilsversprechen verbunden – geht in der Realität aber oftmals mit Verlusterfahrungen, Heimatlosigkeit und Rückzug nach innen einher. Die Künstlerin Ulrike Weiss nähert sich in ihren Werken den vielen Facetten von Exil an: Auf künstlerische Weise und auf der Basis sorgfältiger Recherche in verschiedenen, vor allem nordafrikanischen Ländern verarbeitet sie die Erfahrungen und zum Teil historische Dokumente, die mit Weggang zu tun haben – mit Flucht und ihren Ursachen, die aber auch den Verlust thematisieren und die Leerstellen, die dadurch entstehen. Dabei setzt die Künstlerin oftmals biografisch an und veranschaulicht sensibel und ästhetisch, in Collagen und Installationen, den Umgang mit Aufbruch und Neuanfang, die Sehnsucht nach Erfüllung, aber auch das Erleben von Fremdsein und Scheitern.
Im Gespräch: Michael Schweiger (Pfarrer, Freiburg), Ulrike Weiss (Künstlerin, Freiburg), Dr. Yvonne Ziegler (Kunstgeschichte/Psychologie, Freiburg)
Musik: Murat Coşkun (Perkussionist, Freiburg)
Studienleiterin: Dr. Mareike Hartmann
Dauer der Ausstellung: 10. Dezember 2019 bis 7. Februar 2020



