Ob im Museum vor einem Bild, ob in der Stadt angesichts von »Kunst am Bau« oder inmitten einer zeitgenössischen Kunst-Aktion: Im Augenblick einer Kunsterfahrung geschieht ein Doppeltes. Einerseits erfahren wir uns als Subjekte in unserer jeweiligen Erlebnisfähigkeit, andererseits erfahren wir ein bestimmtes Objekt in seiner Besonderheit. Die zentrale Frage jeder Erfahrungsästhetik liegt darin, wie genau das Subjekt und das Objekt im Moment der Kunsterfahrung miteinander vermittelt werden. Prof. Michael Lüthy wird diesem Verhältnis nachgehen, auch anhand von Beispielen aus der aktuellen Ausstellung »Kryptogamen«, und nachfragen, welche Wahrheit(en) sich dabei – sowohl für diejenigen, die Kunst erleben, als auch für die Kunst selbst – eröffnen können.
Im Zusammenhang mit der Ausstellung Melissa Holstein:
Kryptogamen. Komplexe Bindungen von Leben und Fortschrittsabfall im Lichte der Kunst
Referent: Prof. Dr. Michael Lüthy (Geschichte und Theorie der Kunst, Weimar)
Studienleiterin: Dr. Mareike Hartmann