Kunst und Kultur in Zeiten, in denen andere, existentielle Dinge (über)lebensnotwendig sind – hat das einen Sinn? Hat Kunst nicht vielmehr die Rolle, lebensbegleitend dann zu erscheinen, wenn die elementaren Bedürfnisse gestillt sind, gleichsam als »Zusatz« zur eigentlichen Realität? Dieses Argument wird gerade in Zeiten knapper Kassen angeführt und gegen die Kunst verwendet. Der Blick auf das Internierungslager Gurs und die dortigen unvorstellbaren Lebensbedingungen zeigt eine Relevanz von Kunst, die sinnstiftend und damit elementar für ein Überleben wurde – und die heute ein neues Bewusstsein für die lebensprägende Bedeutsamkeit von Kunst hervorrufen kann.
Karl Vollmer (Künstler, Gondelsheim)