Priester, Pazifist und Pionier der Ökumene, Abstinenzler und Ordensgründer: Am 17. November dieses Jahres wird der von den Nationalsozialisten hingerichtete Priester Max Josef Metzger in Freiburg seliggesprochen; 2006 war der Seligsprechungsprozess im Erzbistum Freiburg eröffnet worden.
Was er im Ersten Weltkrieg als Feldgeistlicher erleben musste, hat Max Josef Metzger, 1911 in St. Peter zum Priester geweiht, zu einem engagierten Kämpfer für Frieden und Völkerverständigung werden lassen. Schon 1917 legte er beispielsweise Papst Benedikt XV. ein internationales religiöses Friedensprogramm vor. 1919 gründete er gemeinsam mit anderen pazifistisch orientierten katholischen Geistlichen den „Friedensbund Deutscher Katholiken“ (FDK), im Jahr darauf beteiligte er sich bei der Gründung des mehrheitlich protestantischen „Internationalen Versöhnungsbundes“.
Am 14. Oktober 1943 wurde Metzger vom so genannten Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung“ zum Tod verurteilt und nach acht Monaten in der Todeszelle am 17. April 1944 hingerichtet. Sein 1943 verfasstes Memorandum für ein friedliches, demokratisches Nachkriegsdeutschland in einem versöhnten Europa war der Gestapo in die Hände gefallen. Metzger hatte Kontakt zu verschiedenen Widerstandskreisen und war auch in der ökumenischen „Una-Sancta-Bewegung“ aktiv.
Zeitgenossen bescheinigen dem am 3. Februar 1887 im südbadischen Schopfheim Geborenen ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein und eine große Eigenständigkeit, im Denken und Handeln. Was bedeutet sein Zeugnis für heute?
Mitwirkende:
Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs (Evangelischer Pfarrer i. R. und Mitglied im Internationalen Versöhnungsbund, Lahr)
Dr. Barbara Henze (Frömmigkeitsgeschichte und Kirchliche Landesgeschichte, Freiburg)
Dr. Christoph Schmider (Leiter Diözesanstelle Archive, Bibliotheken, Schriftgutverwaltung)
Musikalische Impulse zum „Amateurkomponisten“ Max Josef Metzger, mit Dr. Meinrad Walter und Bernhard Hauk, Klavier
>>> Eintritt frei