
Das Land wählt Rechts, die radikale Rechte zieht es aufs Land. Bis heute scheint diese Geographie vielen Betrachter*innen einleuchtend. Aus dem Blick gerät die Stadt. Und damit die vielfältigen Hinweise auf eine ausgeprägte rechte Lust an der Auseinandersetzung mit diesem baulichen, sozialen und politischen Ort im Zentrum gesellschaftlicher Aufmerksamkeit. Der Vortrag verfolgt diese Auseinandersetzung in all ihren Facetten bis in die Gegenwart. Sichtbar wird zynischer Hass auf die Dichte und Widersprüchlichkeit städtischer Räume, auf Bauten, Menschen und Politiken. Und das rechte Verlangen nach Disziplinierung und Gestaltung dieser Räume im Sinne einer nationalen Erneuerung. Diese Gleichzeitigkeit entschlüsselt der Vortrag an Beispielen und plädiert für eine Betrachtung jenseits pauschaler Urteile über Stadt und Land.
Dr. Johann Braun ist Humangeograph. Derzeit forscht er zu rechten Stadt- und Architekturpolitiken sowie Transformationsprotesten und rechten politischen Ökologien. Daneben interessiert er sich für die (visuelle Kommunikation geographischen Wissens und die Geschichte geographischer Wissensproduktion. Zuletzt erschien von ihm das Buch "Stadt von Rechts" im Verbrecher Verlag und der Band "Das Ende rechter Räume" mit dem Autor*innenkollektiv Terra-R im Verlag Westfälisches Dampfboot.



