Am 25. März feiert die Kirche das Hochfest der „Verkündigung des Herrn“, exakt neun Monate vor Weihnachten. Das Fest nimmt Bezug auf den Beginn des Lukas-Evangeliums: die Begegnung Marias mit dem Engel Gabriel, der ihr die Geburt Jesu ankündet. In dem Wort „fiat“ (lateinisch für „es geschehe“), mit dem Maria auf die Ankündigung des Engels reagiert (Lk 1,38), konzentriert
sich für die Theologin Mirja Kutzer die ganze Ambivalenz dieser biblischen Erzählung. Denn zum einen wurde in einer empörend verheerenden Wirkungsgeschichte dieses Wort immer wieder herangezogen, um Frauen sittsam und gefügig zu halten. Zum anderen wird gerade darin auch die revolutionäre Kraft des Textes sichtbar: Denn Maria ist im Text keineswegs die demütige „Magd des Herrn“, sondern bezeichnet sich als eine „Sklavin Gottes“. Darin kommt eine faszinierende und tiefgehende Spannung aus Selbsthingabe und Selbstbehauptung zum Ausdruck. Die „Theologische Soirée zur Passionszeit“ zeigt Maria als die „Sängerin des Magnifikats“, die davon singt, dass Gott die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht.
Referentin:
Prof. Dr. Mirja Kutzer (Systematische Theologie mit Schwerpunkt Dogmatik und Fundamentaltheologie, Kassel)
>>> Eintritt frei