Geht es um digitale Bilder im Allgemeinen und KI-generierte Bilder im Besonderen, sind meist „demiurgische“ Begrifflichkeiten im Spiel. Ihr Entstehungsprozess wird als geheimnisvolle Schöpfung beschrieben. Selbst diejenigen, die die Computerprogramme entwickelt haben, sprechen über deren Ergebnisse oft wie über etwas, das sie verwundert und das sie nicht vorhergesehen haben; sie äußern Ehrfurcht oder Angst.
Mit digitalen und KI-generierten Bildern kehren also religiöse Topoi in den Bilder- und Kunst-Diskurs zurück. Damit ändern sich aber auch die Vorstellungen davon, was innerhalb der Religion von Bildern erwartet wird. Während lange Zeit die Idee des einen wahren Bildes in Geltung war („vera ikon“), so ist es heute der unerschöpfliche Strom an digitalen und KI-generierten Bildern, in dem religiöse Empfindungen und Hoffnungen aufgerufen werden. Sind diese Bilder dann nicht auch besonders passend für den Kirchenraum? Dieser neue Zusammenhang von Religion und Bildlichkeit soll vorgestellt und diskutiert werden.
Referent:
Prof. Dr. Wolfgang Ullrich (Kunst- und Kulturwissenschaft, Leipzig)
Eintritt frei
Zur Teilnahme am Livestream ist keine Anmeldung erforderlich!
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