Ansätze und Methoden, die dem Einzelnen wie auch Gemeinschaften helfen sollen, den für sie richtigen Weg im Leben zu finden. In den „Geistlichen Übungen“, seinem Exerzitienbuch, spricht Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, von diesem Klärungsprozess als einer „Unterscheidung der Geister“.
Die beiden Impulsreferate des Studientages fragen nach der „Freiheit“ in solchen geistlichen Entscheidungsprozessen, jeweils aus der Perspektive der
Neurobiologie und der Philosophie. Kann womöglich bald auch eine Künstliche Intelligenz helfen, den eigenen Beweggründen auf die Spur zu kommen
und gute Entscheidungen zu treffen? Nach diesen Impulsen soll Raum und Zeit sein, die eigenen Unterscheidungs- und Entscheidungsprozesse in den Blick zu nehmen und sich darüber auszutauschen.
Programm:
9:30 Ankommen bei Kaffee und Tee
10:00 Begrüßung und Einführung
Hans-Jörg Krieg
Alexander Foitzik
10:10 Was sind eigentlich geistliche Entscheidungsprozesse?
Dr. Franz Reiser
10:25 „Ignatius von Loyola und die Neurobiologie der Entscheidungen“
Prof. Dr. Ottmar Leidner, (Neurologe und Psychiater, Bad Klosterlausnitz/Jena)
Neurobiologisch und neuropsychologisch lässt sich plausibel begründen, dass die Leugner eines freien Willens ganz überwiegend Recht haben, aber seine Verteidiger auch. Wer sich mit Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens, beschäftigt, stellt fest, dass er diese scheinbare Paradoxie offenbar sehr genau verstanden hat und – besonders in seinen „Geistlichen Übungen“ - sehr wirksame Empfehlungen für ihre Bewältigung entwickelt hat. Sein Konzept für Entscheidungen und Freiheit ist aktueller denn je und die Neurowissenschaften schließen – 500 Jahre nach Ignatius - allmählich zu seinen Erkenntnissen auf.
11:15 Kaffee-/Teepause
11:30 Austausch in Kleingruppen
12:00 Gespräch im Plenum mit Prof. Dr. Leidner und Dr. Reiser
12:30 Mittagsimbiss
14:00 „Künstliche Intelligenz. Förderung menschlicher Entscheidungsfreiheit oder ihre Bedrohung?“
Prof. Dr. Armin Grunwald, (Physiker und Philosoph/ Technikfolgenabschätzung, Karlsruhe)
Künstliche Intelligenz (KI) erregt die Gemüter. Einerseits werden geradezu Wunder erwartet, andererseits aber wird Unfreiheit befürchtet, wenn Menschen zu Objekten maschineller Entscheidungen und öffentliche Kommunikation und individuelles Verhalten manipuliert werden. Unzweifelhaft kann KI in vielen Situationen Menschen unterstützen, gute Unterscheidungen zu treffen. Sobald es allerdings um die‚ Unterscheidung der Geister‘ geht, ist und bleibt menschliche Urteilskraft die entscheidende Instanz. Daher gilt es, diese zu stärken, in Fragen des Glaubens wie auch darüber hinaus.
14:50 Pause und anschließender Austausch in Gruppen
16:15 Schlussrunde zu Sammlung, Resonanz – auch zur Ermutigung
17:00 Ende der Veranstaltung
>>>Tagungsbeitrag: 35,- € inkl. Verpflegung