Als Max Reinhardt 1902 von einem Theater träumt, das den Menschen Freude macht, artikuliert er ein Theaterkonzept, das er in den kommenden Jahrzehnten seiner Tätigkeit als Regisseur auf den Theaterbühnen in aller Welt umsetzt. Dabei ist Berlin fraglos das Zentrum seiner Tätigkeit, aber er inszeniert ebenso in London, Salzburg und New York. Insofern kann man ihn mit Fug und Recht als »global player« bezeichnen.
Das von den Nazis erzwungene Exil markiert nicht nur einen biographischen Bruch, sondern auch einen kulturellen, politischen und sozialen Wendepunkt: Die lebendige, vielstimmige Metropolenkultur des frühen 20. Jahrhunderts wird radikal verdrängt durch eine völkisch-nationalistische Monokultur. Die biographische Heimatlosigkeit wird auch zu einer künstlerischen.
Der Vortrag zeichnet gleichermaßen die Vitalität und Vielseitigkeit des Reinhardt’schen Theaters nach wie auch die historischen Umstände, unter denen es sich entwickelte und letztlich auch scheiterte.
vorgestellt von Prof. Dr. Peter Marx (Köln)
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